Vom 13. bis 17. April 2025 wird mit verschiedenen Veranstaltungen – unter anderem im Ariowitsch-Haus, in der Schaubühne Lindenfels und im Schloss Colditz – an die Befreiung der Stadt Leipzig von der nationalsozialistischen Herrschaft durch die US-Armee erinnert und gleichzeitig ein Raum für Reflexion und Austausch geschaffen. Interessierte Leipzigerinnen und Leipziger sind herzlich dazu eingeladen. Die Angebote sind auf www.leipzig.de/gedenken zu finden.
Vor 80 Jahren, am 18. April 1945, erreichten US-amerikanische Truppen der 2. und der 69. Infanteriedivision Leipzig und befreiten die Stadt von der nationalsozialistischen Herrschaft. Sie richteten in der „Runden Ecke“ die Alliierte Militärregierung sowie das Hauptquartier des VII. US-Armee-Korps ein.
Den Auftakt der Gedenkwoche bildet das Festkonzert am Sonntag, dem 13. April 2025, um 17 Uhr im Völkerschlachtdenkmal. Nach Redebeiträgen von Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums und Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal Leipzig und US-Generalkonsul John R. Crosby wird die Installation “Vom Ende des Schreckens – 80 Jahre Kriegsende in Leipzig” durch Steffen Poser, Leiter des Völkerschlachtdenkmals, eröffnet. Vor Ort musizieren das „Alliance Brass Quintet” und das Blechbläserquintett „emBRASSment“. Im Mittelpunkt steht eine musikalische Reise, die die Schrecken des Krieges, das Gedenken an die Opfer, den Wunsch nach Frieden sowie Hoffnung und Versöhnung thematisiert.
Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung am Donnerstag, dem 17. April 2025, erinnert die Stadt Leipzig gemeinsam mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ sowie der Bürgerinitiative Capa-Haus an verschiedenen Orten an die Ereignisse von 1945. Die Route führt vom Mahnmal in Abtnaundorf über die Gedenkstätte „Runde Ecke“ bis zum Capa-Haus.
Um 12 Uhr beginnt das Gedenken am Mahnmal Abtnaundorf, das an die Opfer des Massakers im KZ-Außenlager Leipzig-Thekla erinnert. Nachdem das Lager im April 1945 aufgelöst wurde, sperrte die SS die etwa 300 zurückgebliebenen, kranken Häftlinge in eine Baracke ein und setzte diese in Brand. Mehr als 80 Männer kamen dabei ums Leben. Oberbürgermeister Burkhard Jung und Dr. Josephine Ulbricht von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit werden vor Ort das Wort ergreifen, weiterhin werden Berichte von drei Zeitzeugen verlesen, die die Geschehnisse in Erinnerung rufen.
Anschließend folgt um 13 Uhr das Gedenken vor der Gedenktafel zur Befreiung Leipzigs durch die 2. und 69. Infanteriedivision der US-Armee an der „Runden Ecke“ mit Redebeiträgen von Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Alan Meltzer, Chargé d’Affaires der US-Botschaft Berlin. Richard Read, Enkel des damaligen Stadtkommandanten Major Richard J. Eaton, wird auch anwesend sein. Eine Blumenniederlegung mit Schweigeminute würdigt die Opfer. Die musikalische Gestaltung übernimmt das Duo Hohlfeld und Bodensiek.
Um 14 Uhr schließen Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, US Chargé d’Affaires Alan Meltzer und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die zentrale Gedenkveranstaltung vor dem Capa-Haus, Jahnallee 61, mit Reden und einer Kranzniederlegung ab. Musikalisch wird das Gedenken von Prof. David Timm und Reiko Brockelt begleitet. Robert Capas Fotoserie „An Episode: Americans Still Died“ ist heute weltweit bekannt und macht das Capa-Haus zu einem zentralen Gedenkort der Befreiung Leipzigs.
Zur zentralen Gedenkveranstaltung steht ein kostenfreier Bustransfer beginnend am Haupteingang des Neuen Rathauses um 11:30 Uhr zur Verfügung.
In den Tagen des Jubiläums werden zahlreiche weitere Veranstaltungen angeboten, unter anderem ist ab Mittwoch, dem 16. April 2025 bis zum 31. Juli 2025, die Sonderausstellung „Wege der Befreiung: Vom D-Day zum Elbe-Day / Paths of Liberation: From D-Day to Elbe-Day“ im Capa-Haus zu sehen. Eine interaktive, digitale Karte zeichnet den Vormarsch der US-Armee von der Landung in der Normandie bis nach Mitteldeutschland nach – ein Kapitel der US-amerikanischen Ostdeutschland-Geschichte, das lange in Vergessenheit geriet. Im Rahmen dieser Ausstellung werden zudem zwei junge Menschen den Weg der US-Truppen nachfahren und auf Social Media unter dem Hashtag #RoadtoFreedom von ihren Erlebnissen, Eindrücken und Begegnungen berichten.
Ebenfalls am 16. April 2025 lädt die Bürgerinitiative Capa-Haus ab 14 Uhr zu einem internationalen Symposium in die Alte Börse am Naschmarkt ein. Unter dem Titel „Die Kraft der Bilder – Leipzig 1945, Robert Capa und sein Andenken in Europa“ werden in verschiedenen Vorträgen – darunter mehrere in englischer Sprache mit Verdolmetschung – Capas berühmte Fotografien und ihre Bedeutung für das historische Gedächtnis beleuchtet. Aufgrund der eingeschränkten Platzkapazitäten wird um eine verbindliche Anmeldung per E-mail an gedenken@leipzig.de gebeten.
Bei dem Rundgang „Befreit in Leipzig 1945: Erfahrungen und Perspektiven von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen“, organisiert von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit, werden Interessierte am 16. April 2025 durch den Leipziger Westen geführt. Am Parkplatz vor dem Lofft, Spinnereistraße 7, beginnt der Rundgang um 17 Uhr und endet nach ca. zwei Stunden am Bahnhof Plagwitz.